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Kapitel 3: Fifty Shades of Grey oder „Was machen wir eigentlich noch hier?“

Es hilft ja nichts. Ich stolpere immer wieder über diesen Titel, ich verfange mich in heftigen Diskussionen mit Freunden und Mitstudenten über dieses Buch. Jetzt muss ich meine Meinung ein für alle Mal aufschreiben, um das Thema für mich abzuschließen. Hoffentlich. Vielleicht. Endlich.

Gleich zu Beginn sage ich: Ich habe dieses Buch nicht gelesen. Zumindest nicht als Ganzes. Ich las Rezensionen, kenne viele, viele Auschnitte und quälte mich durch diverse Leseproben. Ich werde dieses Buch auch niemals ganz lesen, nicht mal geschenkt. Ich werde keinen Cent dafür ausgeben. Versprochen. Und dennoch maße ich mir hier einfach an, mir ein umfassendes Urteil über dieses „literarische Werk“ gebildet zu haben und meine Meinung kund geben zu können. Ja. Ich mache das einfach.

Fangen wir vielleicht von vorne an.  Fifty Shades of Grey ist ein Erotikroman und Teil Eins einer Trilogie. Grob gesagt geht es um die Hochschulabsolventin Anastasia Steel, die auf den Multimillionär Christian Grey trifft. Anastasia, ihres Zeichens Jungfrau, die noch nie einen festen Freund hatte, verfällt dem smarten und gutausehenden Grey, und da der total auf Sex steht und es als seine Pflicht ansieht, sie aufs spätere (sexuelle) Leben vorzubereiten, gehen die beiden einen Vertrag miteinander ein, in dem Anastasia sich als Greys BDSM-Untertanin verpflichtet. Der Rest ist explizite Beschreibung von sexuellen Praktiken, gut angefüllt mit dem angeblich Besten aus Bondage, SM und Sadismus.

Angeblich.

Geschrieben wurde das Ganze von der 48-jährigen britischen Hausfrau Erika Leonard, oder auch E.L. James, oder auch Snowqueens Icedragon. Nanu? Nein, letzteres ist nicht das Ergebnis überkreativer Eltern, es ist ihr Onlinename, unter dem sie die erste Version des Romanes im Internet veröffentlichte. Und nun haltet euch irgendwo fest, bitte. Besagte erste Version war eine Twilight Fanfiction. Ja, wirklich.

Fanfictions sind Texte von Fans für Fans, in denen sie sich bei Charakteren und Setting eines Originals bedienen und ihre eigenen Geschichten mit ihnen erfinden. Eine Chance für jeden Fan, die Geschichten, die sie lieben, bis ins unendliche weiter zu führen, selbst kreativ zu werden. Eigentlich eine der schönsten Liebeserklärungen an das Originalwerk, sei es ein Buch, ein Film oder eine Serie. Die Verfasser verdienen damit natürlich kein Geld, und viele schreiben, obwohl sie es nicht besonders gut können, aber das macht ja nichts, es geschieht ja nur zum Spaß und weil man das Original eben mag. Und nicht selten findet man unter den Fanfictions sogar richtige Meisterwerke, die ich durchaus als hochwertige Literatur bezeichnen würde.

Fifty Shades of Grey ist das nicht. Dafür muss man nicht einmal das Buch gelesen zu haben. Ehrlich.

Wir erinnern uns. Es ist ein Erotikroman, entstanden aus einer Fanfiction des wohl sexlosesten Buches, das jemals verfasst wurde: Twilight. Über die literarische Wertigkeit vom sogegannten „Vampirroman“ will ich mich gar nicht auslassen, aber gegen Fifty Shades of Grey ist Twilight Hochliteratur.

Vielerorts wird Fifty Shades of Grey gelobt, weil es dem verklemmten Leser entgegentreten und Themen wie Sex und BDSM endlich in den Fokus rücken würde, wo die prüde Menschheit ihnen nicht entkommen könnte. Es wird so gefeiert, als sei es das erste Buch mit Sexszene. Dass es natürlich ein riesiges Angebot an Erotikromanen gibt,  und darunter tatsächlich eine Fülle an literarisch wertvollen, wird spontan vergessen, und man tut so, als erreiche man gerade das Zeitalter der sexuellen Aufklärung. Bücher, jetzt auch MIT Sex!

Das Traurige ist: Das Buch ist ein Witz was Erotik angeht. Menschen, die es gelesen haben, sagen scherzhaft: „I tried to masturbate to Fifty Shades of Grey. It didn’t work.“ Was wir hier haben, sind die erotischen Fantasien einer vermutlich sexuell frustrierten Endvierzigerin, die Twilight total toll fand, aber halt ein wenig sexlos. Den Begriff BDSM hat sie sicher schon mal irgendwo aufgeschnappt und fand, dass es spannend klang, vielleicht hat sie den Wikipediaartikel dazu gelesen. Aber über das, was sie in ihrem Roman als BDSM-Spielchen bezeichnet, können wahre Anhänger dieser Praktiken vermutlich nur lachen. Oder weinen.

Ansonsten strotzt das Buch vor Nichtnennung erogener Zonen und jeglichen Geschlechtsteilen. Natürlich ist das ganze aus der Sicht einer verklemmten Jungfrau geschrieben, aber ich bitte Euch, wenn man behauptet, einen Erotikroman zu schreiben, dann ist es mit „He is going to touch me there…“ einfach nicht getan. Und auch sonst hat man den Eindruck, man habe es mit einem Drittklässler zu tun, der das erste Mal im Sexualkundunterricht sitzt und hochrot anläuft, wenn der Lehrer Bilder der Geschlechtsorgane auspackt, und der mit seinen Freunden doofe kichert, jedes Mal wenn das Wort Penis fällt. Also bitte. Wir sind doch alle erwachsen!

Auch sprachlich ist das Buch ein einziger Stimmungskiller. Kein Wunder, dass niemand das besonders erregend fand, wenn man Sätze liest wie:

„He’s my very own Christian Grey flavor Popsicle.“

„This is wrong, but holy hell is it erotic.“

„I thought it was chocolate hot fudge brownie sex that we had, with a cherry on top. But hey, what do I know?“

„I found some baby oil. Let me rub it on your behind.“

„I close my eyes, feeling the build up… pushing me higher, higher to the castle in the air.“

“Does this mean you’re going to make love to me tonight, Christian?” Holy shit. Did I just say that?

Wir haben also ein schlecht geschriebenes Buch, das alles, aber nicht erotisch ist, in dem „to make love“ schon der Gipfel des Dirty Talks ist, und die nervtötende Protagonistin ein Jahresabo für Phrasen und Ausdrücke wie „Holy Shit“ und „Holy Crap“ besitzt. Wir haben auch eine völlig unrealistische Möchtegern-BDSM-Beziehung, und Christian Grey, der natürlich eine dramatische Vergangenheit hat und nur deshalb auf so total dollen Sex ohne Liebe steht.

Eventuell sollte ich noch Folgendes erwähnen: Es gibt einige Feministinnen, die das Buch als die sexuellen Befreiung der Frau feiern. Entschuldigung? Was wir hier haben, ist ein verklemmter Roman, in dem Anastasia Steel eine seltsame Borderline-Beziehung mit Christian Grey führt. Auf der einen Seite findet sie ihn total toll, und im nächsten Moment ist er creepy like hell und steht plötzlich bei ihr im Schlafzimmer, wenn sie sich von ihm trennen will (und das fand ich schon bei Twilight eher grenzwertig als romantisch). Und ja, wenn Anastasia ihn mal nicht will, dann tippt Grey auf den BDSM-Vertrag und nimmt sich einfach, was ihm zusteht. Aber nachher ist die Vergewaltigung dann doch nicht so schlimm, immerhin hatte sie ja mehrere Orgasmen, da ist das schon ok…

Kommen wir zu dem eigentlich schlimmsten Teil dieser Geschichte: Das Buch verkauft sich wie bescheuert. Wir reden hier von Millionenauflagen und ersten Plätzen auf Bestsellerlisten, weltweit. Wir reden davon, dass es sich schneller verkauft als die Harry Potter Bände. Und wir reden davon, dass es verfilmt wird, dass Angelina Jolie sich als Regisseurin anbietet und dass American Psycho Autor Bret Easton Ellis gerne das Drehbuch schreiben würde.

Ja, ich weiß…

Und hier kommen wir zu mir, so als Mensch und Autorin. Ich fühle mich nämlich gerade nicht nur ein bisschen persönlich angegriffen und verarscht. Mehr noch. Ich empfinde dieses Buch als Schlag mitten in mein Gesicht. So richtig mit Faust und abgebrochenen Zähnen und Blut spucken. Oder ein Tritt in die Magengrube, schön anständig mit keine Luft kriegen und sich zusammen krümmen und auf dem Boden rollen und wimmern.

Ich bin Autorin. Ich versuche, sowas wie Literatur zu machen, und ich gebe mir alle Mühe, wirklich. Und ich habe den leicht utopisch-naiven Traum, dass der Tag kommt, an dem mein Schreiben mir immerhin das Frühstück finanziert. Ja, ich glaube das wirklich!

Und dann passiert sowas. Ein unverschämt schlecht geschriebenes Buch, das noch nicht mal innovativ ist, das Erotik nur im Untertitel stehen hat, und vor allen Dingen so tut, als sei es Literatur. Und das sich zu allem Überfluss auch noch verkauft wie doof. Und das ist wirklich kein Neid, ehrlich. Das ist Trauer.

Wir Schreiberlinge reden seit Wochen immer wieder darüber, unsere Stimmung irgendwo zwischen wütend und traurig, zwischen Hass und Resignation. Was machen wir eigentlich noch hier? Wieso lernen wir an einer Universität Kreatives Schreiben, wenn die Leute lieber Schund lesen? Wieso versuchen wir, an unserem Stil zu feilen und voneinander zu lernen, wenn man Romane jetzt auch ohne Anspruch schreiben kann? Bücher, jetzt auch OHNE Niveau.

Versteht mich nicht falsch. Ich habe überhaupt gar nichts gegen Erotikromane. Es soll Leute geben, die den Kritikern von Fifty Shades of Grey vorwerfen, sie seien nur nicht aufgeschlossen genug und hätten selbst noch nie erotische Literatur gelesen. Dear Madames and Sirs. Really? Natürlich habe ich schon erotische Literatur gelesen, es gibt das Internet! Und dort existert auch wirklich gute Erorikliteratur. Es gibt erotische Fanfictions, bei denen ich mich digital vor den Autoren verbeuge, da würde ich jederzeit einen Roman kaufen, auch wenn natürlich sämtliche Urheberrechtsgedanken dagegen sprächen. Aber das sind Schreiber wie ich. Sie schreiben neben ihren normalen Texten auch mal Fanfictions, weil es sie nicht besonders beansprucht, weil es den Schreibleerlauf verhindert und weil man dort Dinge ausprobieren kann, ohne sich vorher Charaktere und Settings aus den Fingern saugen zu müssen.

Also, nichts gegen Erotik, denn Erotik ist nicht gleich Schund. Ich habe aber auf jeden Fall etwas gegen schlechte Literatur, und ich traue mich schon gar nicht wirklich, Fifty Shades of Grey als das zu bezeichnen. Ich habe etwas dagegen, dass die Welt soetwas wirklich wahrhaftig auf Bestsellerlisten hochkauft. Dass es Menschen gibt, die sagen, es sei ein großartiges Buch. Denn jedes Mal, wenn das jemand sagt, stirbt irgendwo auf der Welt eine Schreiberseele!

Nun erhole ich mich erst einmal von dem Beinahe-KO und wappne mich für die nächste Runde, wenn dann Filmausschnitte durchs Internet wabern. Ich möchte ja schon fast rufen: „Bitte, schlag mich nicht nochmal.“ Gibt es ein Safeword für Fifty Shades of Grey?

An diesem Punkt meines Trauerberichts bleibt mir kaum etwas anderes übrig, als mit einem letzten Zitat aus Fifty Shades of Grey zu enden. Ich entschuldige mich dafür in aller Form.

„Laters, baby.“

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Über catroofdance

Creative Writer. Gamer Girl. Mad. Wearing animal hats. Sleeping with books and paper. Obsessive.

22 Antworten zu “Kapitel 3: Fifty Shades of Grey oder „Was machen wir eigentlich noch hier?“

  1. Anonymous

    Danke für diesen Artikel!

  2. Carla ⋅

    Trifft den Nagel auf den Kopf. Ein bestenfalls unterdurchschnittliches Buch auf der Bestsellerliste. Die Autorin hat eine Entschuldigung dafür, dass sie so schreibt. Sie kann es offenbar (noch) nicht besser.
    Muss man jetzt diese Entschuldigung auch für die Leser benutzen?
    Was würde das wohl über mehrere Millionen Menschen aussagen, die dieses Buch anscheinend begeistert lesen?
    Oder schieben wir den schwarzen Peter lieber dem Marketing zu?
    Dem müsste man zumindest zugestehen, dass es eine profitable Marktnische erkannt und gut ausgebeutet hat, auch wenn das vielleicht ursprünglich eher eine Art Versuchsballon war.

    • Du hast Recht. Im Prinzip trifft die Autorin keine Schuld. Schreiben darf jeder, ist meiner Meinung nach sogar durchaus erwünscht. Allerdings ist das wie mit Analogkäse: Wenn es kein echter Käse ist, dann darf ich es auch nicht als solchen verkaufen. Hier wird mir etwas als Literatur verkauft, was keine ist.
      Vielleicht liegt die Schuld bei den Personen, die bewusst schlechte Literatur dem öffentlichen Markt zugänglich machen (man möchte meinen, es gäbe in Verlagen Leute, die gut von schlecht unterscheiden können). Es ist traurig, dass die Literatur zurück treten muss für Bücher, die „funktionieren“, die Marktlücken ausfüllen, die es nicht geben sollte. Literatur sollte an sich funktionieren, die Menschen sollten an gute Bücher gwöhnt sein und sich nicht mit Schund zufrieden stellen. Ich fürchte, über die Jahre hat man immer mehr schlechte Bücher, die aber Skandale hervorrufen, die irgendeinen Nerv der sensationsgeilen Massen getroffen haben, durchgeschleust. Und jetzt denken die Menschen, das sei ebenfalls Literatur. Das ist traurig, wirklich traurig, denn jetzt ernähren sich alle von Analogkäse, der wirklich ekelig ist, aber das wissen die Menschen nicht, denn sie haben vergessen, wie gut richtiger Käse schmeckt…

  3. Nasa ⋅

    Als passionierte Hobby-Psychologin möchte ich anmerken: Dieses Buch sagt immerhin viel über die “Autorin “ aus! Die gute E. L. trauert ihrer verlorenen Jugend hinterher, hatte in ihrer Blütezeit voreilig einen weniger attraktiven / erfolgreichen Mann geehelicht, scheint chronisch untervögelt zu sein und hat definitiv zu viel Freizeit.

    • Die arme Frau. Dann kauft sie sich Twilight und wartet 3 Bände lang auf die große romantische Szene mit heißem Vampirsex, und dann das! Ein Mormonenbuch! Sex erst, nachdem man den glitzernden Vampir, der nachts im eigenen Schlafzimmer steht und finster guckt, geheiratet hat. Und dann bitte direkt mit Vampirbaby.
      Kein Wunder, dass die gute Frau ihre eigene Version geschrieben hat. Mich würde das ja auch deprimieren. Aber dann bitte doch nur für sich oder die Fangemeinde, alles andere ist Zumutung.
      Da empfehle ich Anne Rice. Die macht nämlich in zweierlei Hinsicht alles richtig: Bei ihr sind Vampire noch echte Vampire, so richtig mit Blut und Tod und Stil, und es gibt Sex. Echten.

  4. Anonymous ⋅

    Als bekennende Leserin der von Dir verrissenen Trilogie „Die Tribute von Panem“ muss ich sagen, dass es auch bei mir scheinbar eine Grenze gibt, die ich nicht überschreite. Und es ist nicht die Angst vor Deinem gequälten Aufschrei, der mich davon abhält, dieses Buch zu kaufen, sondern der unsinnige Hype, der um etwas gemacht wird, das es nicht wert ist, ein Wort darüber zu verlieren. Ich erinnere mich noch an die Empörung, die Erica Youngs Buch „Angst vorm Fliegen“ ausgelöst hat, diese Frau hatte aber den Mut, Dinge beim Namen zu nennen und unter einem harmlosen Titel ein „richtiges Buch“ über Sex zu veröffentlichen. Ich fürchte jedoch, dass die Bigotterie und zur Schau getragene Prüderie vor allem in englischsprachigen Ländern dazu führt, dass es zukünftig „en vogue“ sein wird, wenn man eine Ausgabe von F.S.O.G in seinem Bücherregal stehen hat. Wir werden es überleben. Wir werden kämpfen. Und wir werden haufenweise gute Literatur ins Rennen schicken, schreiben, bis uns der Atem stockt und uns aneinander festhalten und versichern, dass unser Schreiben nicht umsonst ist!

    • Ich möchte an dieser Stelle vielleicht noch sagen, dass ich „The Hunger Games“, oder „Die Tribute von Panem“ nicht „verissen“ habe. Ich halte es für kein besonders gutes Buch, aber abgrundtief schlecht ist es nicht. Es ist leider nicht wirklich gut geschrieben (besonders im englischen Original). Die Idee hingegen finde ich wirklich gut, aber die Umsetzung verschenkt so viel Potential. Hinzu kommt, dass mir die Hauptperson, Katniss, einfach vollkommen unsympathisch ist, was besonders bei einem First Person Narrator irgendwie doof ist…
      Auch hier verstehe ich leider den Hype nicht so ganz, das Buch ist nicht besser oder schlechter als viele anderen Fantasy/SciFi/Jugendromane und setzt sich meiner Meinung nach nicht wirklich ab, vor allen Dingen nicht durch die Sprache. Aber naja, es unterhält. Immerhin.
      Aber auch „The Hunger Games“ würde ich als Hochliteratur bezeichnen, vergleiche man es mit Fifty Shades of Grey….

  5. akaniakani ⋅

    „Gibt es ein Safeword für Fifty Shades of Grey?“
    Leider ganz offenbar nicht. Im Gegensatz zu Anastasia haben wir keinen Vertrag, der irgendwelche Konditionen festhält.
    Ich danke dir sehr für deinen Artikel, er spricht mir auch aus der Seele, aber was wäre denn die Literatur ohne schlechte Literatur? Von irgendwas muss sich die gute Literatur schließlich abheben.
    Ich verstehe nicht, wie dieses Buch so erfolgreich sein kann und habe keine Ahnung, warum so was unbedingt in dem großen Ausmaß veröffentlicht wird, aber abgesehen davon würde ich es vielleicht einfach als Selbsfindung des Autors sehen. Ist ja vollkommen legitim, der Rahmen nur meiner Meinung nach viel zu groß. Ist der Gedanke nachvollziehbar?

    Ich finde, du hast tolle Worte für etwas gefunden, das diese nicht unbedingt wert ist. Es ist halt wieder mehr Aufmerksamkeit und davon lebt so ein Buch. Schließlich gibt es auch Käufer, die einfach mitreden wollen.

    Aber deine Trauer kann ich wirklich nachvollziehen.

  6. Ich

    Hallo zusammen,
    ich war gerade mal so am surfen und da bin ich über diesen Artikel hier gestoßen,
    also manchmal frage ich mich wirklich…

    also für jemanden, der das Buch wirklich nicht gelesen hat, sollte frau vllt wirklich einfach mal KLAPPE HALTEN!!!

    Allein bei der Inhaltszusammenfassung rollten sich bei mir die Fussnägel hoch, ja wenn man über eine gewisse Sache keine hohe Meinung haben, warum auch andere mit der Wahrheit verwirren…

    Und dann natürlich am Ende, ja ich schreib ja selber bla bla bla, da weiß doch jeder sofort, oh nein, Klugscheißer.

    Und dann noch, von wegen, ja die Autorin ist ja auch schon soooooo alt, die kann doch garnicht schreiben und kennt doch Erotik nicht bla bla bla, das tut hoffentlich weh. Du meine Güte.

    So und damit habe auch ich meine Meinung kund getan… einfach mal so hab ich mich getraut…

    • HAHAHA ⋅

      CAN’T. STOP. LAUGHING.

      Ja, und Twilight ist auch ein Meisterwerk, ne? Wer „Shades of Grey“ für Erotik hält, ist mitleidig zu belächeln. Ich kann dir dutzende anständige romantische Pornos nennen. Aber manche Leute reden ja echt mit rot angelaufenen Wangen und Zitterstimme davon, wie „kribbelig“ ihnen von „Grey“ würde, „ohh, wie gern ich Ana wäre“!

      I AM STILL LAUGHING

    • Oha. Na, da habe ich aber einen Fan verärgert. Aber bekanntermaßen kann ich nicht meine Klappe halten, daher eventuell ein paar Worte:

      Zunächst einmal kann man sicher gesitteter miteinander umgehen. Freundliche Umgangsformen werden doch schon früh gelernt! Außerdem: Wir leben in einem Land, das die Meinungsfreiheit glücklicherweise im Grundgesetz verankert hat, da wo sie hin gehört. Ich darf also meine Meinung kund tun. Ätsch.

      Dann: Mir rollen sich bei den Inhaltsangaben des Buches auch die Zehennägel hoch, wirklich. Schön, da haben wir was gemeinsam 🙂

      Bleibt noch die Frage: Menschen, die selbst schreiben sind also Klugscheißer? Wer, glaubst du, schreibt die Bücher, die du im Regal stehen hast? Wer sind die Autoren deiner Liebelingsromane? Ich gebe dir einen Tipp: Menschen, die schreiben. Menschen, die du sicher auch schon bewundert hast für das, was sie tun. Es gibt gute und schlechte Autoren, und ich persönlich sehe E.L. James da leider bei den ganz schlechten. Aber das ist meine Sache. Wenn du das Buch und James‘ „Schreibstil“ und vor allen Dingen ihre unglaubliche Wortvielfalt (Achtung: Sarkasmus!) bewunderst dann bitte, jeder darf lesen, was er mag. (Ich empfehle an dieser Stelle übrigens diese geniale Kritik, da hat sogar netterweise jemand die sich wiederholenden Wörter gezählt! http://www.goodreads.com/review/show/340987215)

      Ich finde es persönlich allerdings sehr sehr traurig, dass solch ein schlecht geschriebenes Buch mit einer seltsamen, zweifelhaften Message (ähnlich wie bei Twilight) so einen Erfolg hat, während gute Autoren (und nein, ich meine nicht einmal mich selbst) auf ihren großartigen Werken sitzen bleiben. Diese Entwicklung der Menschenheit macht mir Sorgen.

      Und wirklich, ich habe NICHTS gegen Erotikliteratur, ich lese sogar selbst welche, immer mal wieder. Im internet. Zum Beispiel. Und weißt du was! Dort gibt es TAUSENDMAL bessere Erotikliteratur von Leuten, die „selbst schreiben“. Kostenlos. Wirklich wahr!

      Und: Ich würde niemals behaupten, das ältere Menschen keine Erotikliteratur schreiben können. Ich behaupte sogar das Gegenteil! Ich kann aus nächster Erfahrung sogar sagen: Oha! Sehr wohl! Aber nicht E.L. James. Sorry. Das hat nichts mit ihrem Alter zu tun, vielleicht aber mit ihrer (von mir interpretierten) sexuellen Unzufriedenheit. Vielleicht ist es aber auch eine erotische Phantasie von ihr, wie eine 11-jährige im Sexualkundeunterricht zu klingen.

      Zuletzt bleibt mir nur zu sagen: Es tut mir nicht Leid, nein. Das Buch ist schlecht. Also wirklich schlecht. Das sage ich gerne auch öfters. Ich unterhalte mich gerne auch mit Menschen darüber, warum es schlecht ist. Aber nur, wenn diese Menschen Anstand haben. Danke. Auf Wiedersehen.

  7. Anonymous ⋅

    Eine Profesionelle Aurorin macht andere Autoren und deren Bücher nicht schlecht!
    Schon garnicht ohne zu wissen worum es tatsächlich geht.
    Möchten Sie aufgrund von hören- sagen verurteilt werden ?
    Ich glaube nicht das Sie als Autorin erfolgreich sein werden .
    Sie sind zu intolerant undnegativ anderen gegenüber.
    Einen schönen Sonntag !

    • HAHAHA ⋅

      Mein Gott, du Traumtänzer! 😀 Es gibt einen Beruf dafür: Literaturkritiker! Dass die selbstverständlich sämtlich unprofessionell sind, versteht sich, äh, von selbst.

      Intolerant und negativ? Du armer Wicht. Hast du irgendwas rallen können, was hier auf der Seite steht? Wohl eher weniger. Mein Ratschlag: lass es bleiben. Halt die Klappe. Himmel weiter deinen Grey an.

      Einen grässlichen Sonntag!

  8. Perle J. ⋅

    Ich wollte mich auch kurz dazu äußern …

    Ich habe alle 3 Teile gelesen, und naja, das erste ist unterhaltsam, das zweite ist peinlich und langweilig.

    Das 3te (gestern erschienen) ist ein Witz! Das ganze Buch ist eine theatralische Katastrophe ! Fanfiction Schreiber nennen sowas eine Mary sue, unglaublich perfekte Charaktere, die scheinbar unerreichbar über den Dingen stehen.

    Ich habe das Buch heute in die “ Bücher Stube “ zurück gebracht.

  9. Cassi ⋅

    Ob man ein Buch mag oder nicht, jedem seine Meinung. Aber wtas zu verurteilen, was man nicht kennt ist anmaßend.

  10. Anonym ⋅

    Ich bin entsetzt! Wenn man schon so abfällig über ein Buch schreibt, dann bitte doch nur, wenn man es wirklich gelesen hat!!

    Oh, und du hättest dir wenigstens mal die Inhaltsangabe auf Wikipedia durchlesen könne, dann wäre es vielleicht nich ganz so falsch und peinlich geworden, was du geschrieben hast.

    Warum es Bücher wie „twilight“ und „Shades of Grey“ sind, die gelesen werden? Naja, es ist diese eigentlich unmögliche Liebe, die so aufregend und spannend ist. Es sind Bücher, die wir gerne lesen, weil doch jeder heimlich von genau so einer Liebe träumt. Romantisch. Unmöglich. Aufregend. Grenzenüberschreitend.

    Liebe „professionelle Schriftstellerin“ – wie du dich ja am liebsten nennst – schreib eine interessante Geschichte, die aufregend und amüsant zugleich ist und deine Bücher werden gekauft!

    In Wirklichkeit bist du doch nur neidisch, dass nicht du diejenige bist, die so viel Krativität und Mut besitzt genau so ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Aber anstatt hier über andere abzulästern, setzt dich hin und fang an zu schreiben.

    • Oh, abfällig? Ich finde, ich habe mich sogar ziemlich zusammen gerissen, ich könnte noch gemeiner!

      Aber mal im Ernst: Ich habe dieses Buch nun mittlerweile in größten Teilen gelesen, und ich vermute, in den Abschnitten, die mir fehlen, kommt nicht die Weltliteratur raus.

      Neid? Auf eine Frau, die mit schlecht geschriebener Schundliteratur Millionen macht und damit den gesamten Literaturbetrieb zur Farce degradiert? Die von der einen Hälfte der Welt geliebt und von der anderen gehasst wird? Lass mich überlegen…nein, sorry, wirklich nicht.

      Ich fürchte, solche Bücher funktionieren, weil die Menschen ihre Ansprüche ziemlich runtergeschraubt haben. Natürlich kann nicht jeder hochtrabende Literatur lesen und genießen, aber es gibt so viele Bücher, die den Spagat zwischen guter Story UND anspruchsvoller Schreibe mühelos schaffen – man beachte hierfür nur die Harry Potter-Reihe!

      Und ansonsten: Du (und jeder andere Mensch auf der Erde) darf lesen, was er mag. Im Gegenzug darf auch jeder kritisieren, was er mag. Aus meiner Sicht sind diese Bücher sehr schlecht, und ich erkenne eine traurige Tendenz im Literaturbetrieb, und das darf ich laut sagen.

      Im Übrigen: Ich habe schon einige Dinge geschrieben und veröffentlicht. Ich arbeite im Literaturbetrieb, schon eine ganze Weile, und daher ist er mir keineswegs fremd.
      Und ich habe gerade einen Roman geschrieben, mal sehen, was daraus wird, ich lass es dich wissen, wen du magst, auch wenn ich befürchte, dass es keine verkitschten Vampire oder Frauen degradierende Männer darin geben wird. Ich möchte nicht, dass die Leserinnen meiner Bücher von ihrem „persönlichen Christian Grey“ träumen. Wuargs.

      Na, wer romantisch findet, von seinem Partner unterdrückt zu werden, oder der drauf steht, dass fremde Menschen nachts im eigenen Schlafzimmer auftauchen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen…

  11. Mimi ⋅

    Auch ich habe lange einen großen Bogen um dieses Buch gemacht. Aus den selben Vorurteilen, die aus deiner Kritik hervor gehen. Dann hab ich es geschenkt bekommen und ich habs gelesen.
    Ich muss sagen, die Autorin hat etwas geschafft, was viele Autoren nicht schaffen, dazu komm ich später..
    Das besondere an diesem Roman ist, dass Christian Grey ein Mann ist, den sich viele Frauen insgeheim wünschen: megaerfolgreich (und Erfolg macht ungeimlich sexy), äußerst attraktiv, dominant und liebevoll zugleich (also ein Traum von Mann) – Klischee hin oder her. Und dieser Mann will Ana.
    Die Autorin bietet ungehinderten Einblick in Anas Gedanken- und Gefühlswelt, so als wäre man in ihrem Kopf. Dadurch baut sich eine Empathie auf. Was zur Folge hat, dass alles was Ana fühlt, man schließlich auch selbst fühlt. Und so kommt es, dass man sich als Leser auch von Christian Grey, diesem Traum von Mann, begehrt und umworben fühlt und dieses Gefühl ist natürlich eines der Schönsten der Welt. Genau dieses Gefühl aufzubauen und über hunderte von Seiten beizubehalten schafft die Autorin bei vielen vielen Lesern.
    Es geht nicht um die Handlung selbst, es geht einzig um das Gefühl, das durch die Handlung vermittelt wird. Und welches Gefühl ist schöner, als von jemandem begeehrt zu werden, den man selbst unbedingt haben will.

    Übrigens stimmen deine Ausführungen, um was es in dem Buch geht, nicht. Und eine Literaturkritik ist nur dann angebracht, wenn man das Buch auch gelesen hat. Denn ein Buch setzt sich aus Gefühlen zusammen, die man nur erfassen kann, wenn man in die Geschichte eintaucht. Das weiß eigentlich jeder Schriftsteller.
    Außerdem wem störts, dass der Roman aus einer Fanfiction entstand. Man darf sich doch inspirieren lassen von wo man will. Letztendlich hat er ohnehin nichts mit Twilight gemein.

    • Zunächst: Mich stört nicht, dass es aus einer Fanfiction entstanden ist, ich schreibe selbst welche, weil ich es für die größte Liebeserklärung an das Original halte. Aber das macht den Schreibstil der Autorin nicht besser, er ist und bleibt leider ziemlich unterirrdisch, meiner Meinung nach. Und ich finde es schade, dass ein Verlag so etwas trotz mangelder Qualität veröffentlicht.

      Dann: Ich erwähne Twilight, weil Twilight bei mir ein ähnliches Gefühl hervorgerufen hat. Frauen wollen begehrt werden, ja, vermutlich, aber in diesen beiden Büchern sind die Frauen komplett abhängig von dem jeweiligen Mann, der sie „begehrt“. Und ich finde es eine seltsame „Moral“, die mithilfe dieser Bestseller vermittelt wird. Frauen sind nur dann komplett, wenn ein Mann sie begehrt? Eine Frau muss sich alles mögliche gefallen lassen, nur weil ein Mann sie begehrt (und die Frau ja unbedingt begehrt werden will)? Keiner der beiden Romane schafft es, eine unabhängige Frauenfigur zu kreieren, schlimmer noch, die Frau funktioniert und existiert nur im Zusammenhang mit dem Mann. Das ist bitter, aber gut, wenn es Menschen gibt, die sich da so wünschen, ist das ihre Sache.

      Aber nun kaufen Millionen Menschen dieses Buch und lesen es und stellen die Figur des Christian Greys oder Edward Cullens auf einen Sockel. Wie oft bin ich nun im Internet über den Satz „I want my own Christian Gey/Edward Cullen“ gestolpert? Und jedes Mal wird mir etwas schlechter. Was die Mädchen/Frauen sich da wünschen, ist nämlich ein besitzergreifender Mann, der seine Gewalt nicht kontrollieren kann, der die alleinige Kontrolle haben will und die Partnerin zu jeder Zeit überprüft (auch das trifft auf beide Romane zu). Und tut mir Leid, nachts heimlich in fremden Schlafzimmern stehen und Leute beim Schlafen zu beobachten ist nicht romantisch, das ist gruselig!

      Ich widerspreche dir also: Twilight und Fifty Shades haben einiges gemeinsam, immerhin ist letzteres aus ersterem entstanden und hat all die negativen Aspekte mitgenommen. Nur ist Fifty Shades of Grey die „Variante mit Sex“ von Twilight und ist zu allem Überfluss literarisch grausam.

      Insgesamt bin ich einfach nur sehr vom Literaturbetrieb enttäuscht. Verlage denken immer mehr wirtschaftlich und rein finanziell, und wenn die Chance besteht, dass man Millionen mit einem schlechten Buch macht, weil es Sex beinhaltet, dann veröffentlichen die jeden Mist. Und das ist das eigentlich bittere an der ganzen Geschichte, dass die Menschen immer mehr verrohen und alles lesen, was ihnen der Verlag vorlegt, weil sie glauben, es müsse gut sein, immerhin wurde es ja gedruckt.

      • Mimi ⋅

        Natürlich hast du Recht, dass es stlistisch nicht das gelbe vom Ei ist. Die vielen Wortwiederholungen haben auch mich gestört. Aber ich und ein Großteil der Masse kauft sich ein Buch in erster Linie, um unterhalten zu werden. Nicht um mit ideenreicher Sprache begeistert oder sogar belehrt zu werden, dass man sich einem Mann nicht zu unterwerfen hat (Übrigens hat unterwerfen nichts mit unterordnen zu tun, unterwerfen kann sehr befreiend sein – aber das jemandem zu erklären, der nur Blümchensex mag ist fast unmöglich).
        Dass eine Frau begehrt werden möchte ist nun mal ein menschliches Bedürfnis. Warum sollte man zwanghaft versuchen, dieses aufzubrechen? Und mal ehrlich, wenn man verliebt ist macht man so einiges, was man nicht machen würde, wäre man nicht verliebt. Wenn man verliebt ist findet man alles toll, was der andere macht. Und schlimm ist es ja wahrlich nicht, was Christian mit Ana macht, im Gegenteil. Und dass er Nachts im Schlafzimmer steht ist total aus dem Zusammenhang gerissen.
        Du hast natürlich Recht, dass die Protagonistin nur agiert und nicht reagiert. Aber mal ganz ehrlich, bei diesem Buch hat es mich nicht gestört. Bei anderen Büchern hat es mich hingegen schon oft gestört, wenn der Prota nur mit sich geschehen lässt.
        Eigentlich sollte man als Schriftsteller doch analysieren, woran es liegt, dass das Buch Millionen begeistert. Es sei denn, man möchte weiter in der Nische zusammen mit den literarischen Höhenfliegern bleiben, die nicht verstanden haben und auch nicht verstehen wollen, was die wahren menschlichen Bedürfnisse sind. Denn nur mit diesen lässt sich Geld verdienen. Das hat die Werbung erkannt und auch die Verlage. Und die Leser wissen es im Herzen schon lange.

  12. Mr. B ⋅

    Es gibt jedoch auch ähnliche Fälle in der Realität:

    https://www.amazon.de/dp/B00I2DVYSE

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